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[Ein gespräch mit Detlef Ruf]

Ein gespräch mit Detlef Ruf

„Wie in einem luftleeren Raum“
Der Neuburger Profi-Beifahrer Detlef Ruf über die Dakar-Absage

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Barcelona (DK) Detlef Ruf war gestern auf der Heimfahrt.
Der 37-jährige Neuburger saß in einem MAN- Renn- Lkw, mit dem er eigentlich zum sechsten Mal an der Rallye Dakar teilnehmen wollte. Ruf, der heuer zum dritten Mal mit MAN-Werksfahrer Franz Echter aus Sielenbach bei Aichach die Dakar gefahren wäre, akzeptiert die Absage „mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber ich finde es okay, denn ich will doch vor allem gesund bleiben“, erklärte er im Telefongespräch mit unserem Redakteur Oliver Konze.
Hallo Herr Ruf, wo sind Sie gerade?
Detlef Ruf: Ich sitze im MAN und wir fahren soeben an Barcelona vorbei Richtung Heimat.
Haben Sie die Dakar-Absage schon verdaut?
Ruf: Ja, denn es war schon Tage vor der endgültigen Absage zu spüren, dass sich in diesem Jahr noch etwas tut.
Was lag in der Luft?
Ruf: Wir haben gespürt, dass es heuer in Mauretanien nicht nur Probleme geben würde, sondern gewaltige Probleme. In Lissabon hat der Veranstalter täglich nach Alternativen gesucht.
Die hat er nicht gefunden und dann abgesagt?
Ruf: Der Veranstalter hat es sich nicht leicht gemacht. Denn man sagt so eine große Rallye nicht einfach ab. Er muss ja auch belegen können, dass die Absage gerechtfertigt war.
Was ist los in Mauretanien, dass eine Durchfahrt nicht mehr vertretbar war?
Ruf: Ich glaube, es hätte heuer richtig Ärger gegeben. In diesem Land hat der politische und religiöse Fanatismus das kleine Gaunertum vergangener Jahre verdrängt. Es geht nicht mehr nur um deinen Geldbeutel oder dein Auto.
Also war es korrekt, die Dakar komplett abzusagen?
Ruf: Ja, so geht es nicht. Und ohne Mauretanien zu durchqueren, kommst du ja fast nicht nach Dakar.
Hatten Sie jemals Angst vor der Situation in Mauretanien?
Ruf: In den vergangenen Jahren haben wir dem Veranstalter vertraut und die Situation so vielleicht unterschätzt. Es hat ja immer geklappt, es ist nie was passiert. Auch wenn es übertrieben klingt: Ich möchte nicht an einer Tankstelle stehen, wenn diese gerade in die Luft fliegt. Ich habe kein Problem mit dem Islam, weil ich viel Zeit in solchen Ländern verbringe. Aber das ist nicht mein Kampf. Ich bin Motorsportler.
Und wie reagiert ein Motorsportler auf so eine Absage?
Ruf: Zuerst will es natürlich keiner wahr haben. Du erwartest Änderungen, eine andere Route, aber sicherlich keine Absage. Doch du akzeptierst es mit einem lachenden Auge, weil du dir vielleicht viele
Schmerzen ersparst, und mit einem weinenden Auge, weil du dich ein Jahr lang vorbereitet hast. Zwei Stunden später, wenn sich die Anspannung gelöst hat, fühlst du dich wie in einem luftleeren Raum und fällst dann in einen erholsamen Tiefschlaf.
Wie geht es Ihrer Meinung nach mit der Dakar weiter?
Ruf: Das ist schwer zu sagen. Natürlich arbeiten Veranstalter, Werke und Fahrer an einem Konzept für die Zukunft. Ich glaube aber, die Situation in Afrika wird sich nicht verbessern. Die Rallye Dakar, wie wir sie seit 30 Jahren kennen, wird es vielleicht nie mehr geben.
Sollte die Dakar sterben?
Ruf: Nein, der Veranstalter will Namen und Symbol retten. Vielleicht bieten der Osten und Asien eine sicherere Zukunft. Denn ich glaube nicht, dass eine Verlegung der Dakar-Streckenführung über Libyen, Tunesien oder auch Ägypten auf Dauer eine weniger problematische Rallye erlaubt.

Dieses gespräch erschin am 08.01.2008 im Donau Kurier!