Deutscher Allradverband e.V.

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Nissan "Pathfinder"
Mittwoch, 4. Juli 2007
Nissan „Navara“
Sonntag, 3. Dezember 2006

Nissan "Pathfinder"

Stattlich, stolz, professionell und schnell – Nissan Pathfinder
Garantiert durch Feld, Wald, Flur und Autobahngestrüpp
von Dieter Rolfes
Brühl.- Man sieht ihn eigentlich selten. Weil er wohl zu wenig promotet
wird. Wenn man ihn „erfährt“ und seine banalen Eigenschaften erlebt,
kann die Überzeugung nicht weichen, einen eleganten Alleskönner im
Gelände und auf der Strasse zu erleben. Keinen Künstler oder Schauspieler,
keinen Magier oder Windbeutel, ganz einfach einen Nissan-Geländewagen
mit dem internationalen Namen „Pathfinder“ (Pfadfinder). Ein Nutzfahrzeug
für den Land- und Forstmann, für die naturliebende Familie ebenso wie
für den Waidmann, das Expeditionsteam oder die Globetrotter. Weil
groß und stark, weil geländetauglich wie –unter selbst höchsten Belastungen-
kaum ein anderer, weil in der neuesten Version selbst innen modern und
fein, praktisch und klimatisiert, selbst mit Navi oder Rückfahrkamera, wenn
man so etwas braucht. Zu deutsch: der Pathfinder steht sowohl als attraktiver
Straßencowboy als auch als durch den Urwald pirschender Indianerhäuptling
zur Verfügung. Und findet auch weltweit eine Werkstatt, weil überall auf dem
Globus vertreten. Wer kann das sonst noch? Höchstens der Toyota Landcruiser
oder der Landrover Defender. Der Preis: ab 36500 Euro, der des Testwagens
rund 42000 Euro.
Ihn mit einem Mercedes ML, einem Audi Q7, einem BMW X5 oder einem
Lexus- oder Volvo-„Geländewagen“ zu vergleichen, wäre falsch. In der Optik
ist der Nissan auch modern und elegant, in der Offroadtechnik den genannten
überlegen und mit weniger Elektronik bestückt als die anderen.
Die Punkte, die den Nissan „Pathfinder“ favorisieren und seine Sonderstellung
im inzwischen großen Reigen der großen und teuren Geländewagen und
so genannter Mobile ausmachen:
  O  stabiler Leiterrahmen, immer besser als jede selbsttragende Karosserie
        (weil aber bis 200 kg schwerer, höherer Verbrauch bis zu einem Liter),
  O  Verteilergetriebe für das Allradsystem mit entsprechender 
        Reduktion (für schwierigste Geländepassagen und Anhängerbetrieb)
  O  gute Anhängelasten bis zu 3000 kg und sehr gute Geländewerte wie 
       Bodenfreiheit (25,4 cm), Wattiefe (50,0 cm), Steigfähigkeit (39 Prozent)
  O  maximale Dachlast bis zu 100 kg (was im gewerblichen, forstlichen oder 
       privaten Einsatz bei einem Nutzfahrzeug von großem Nutzen sein kann)
  O  Größe als Nutzfahrzeug mit maximal 2091 Litern Koffer-/Laderaumvolumen, 
        effektiver Innenraumlänge bis zu 2,52 m und einer maximalen Breite des
        Gepäckraums von 1,12 m
 
Das „Herz“ des Pathfinder ist sein Motor. Ein 2,5 Liter-Turbodiesel mit vier Zylindern, Commonrail- Technologie, Diesel-Partikelfilter (Euro 4) und einer satten Leistung von 126 kW (171 PS) bei einem maximalen Drehmoment von 403 Newtonmetern (Nm). Bei den Getrieben besteht die Wahl zwischen einem Sechsgang-Handschaltgetriebe oder einer Fünfstufen-Automatik mit manueller (sequentieller) Schaltgasse. Der Allradantrieb wird per Drehschalter am Armaturenbrett in vier möglichen Stufen zugeschaltet (2 WD, Auto, 4 HL, 4 LO).
Dieser Antrieb heißt bei Nissan immer All-Mode 4x4 und ist schon aus den anderen Geländefahrzeugen bekannt. Gebaut wird der Pathfinder  in Spanien.
 
Unterstützt wird das Allradsystem übrigens durch das serienmäßige elektronische Stabilitätsprogramm ESP+, während das Bremssystem durch vier innenbelüftete Scheibenbremsen, einem Bremsassistenten und einer elektronischen Bremskraftverteilung besteht. Der Pathfinder mit der automatischen Schaltung wird zusätzlich mit der Bergan- und Bergabfahrt-Hilfe (Hillholder) ausgestattet.

Vermerke des begeisternden Pathfinder aus dem Testtagebuch: Autobahnfahrt Hannover-Walsroder Dreieck-Bremen. Höchstgeschwindigkeit 182 km/h laut Tacho. Beschleunigung mit fast leerem Panzer: von Null auf 100 km/h in knapp zwölf Sekunden. Verbrauch bei Dauer-Höchstgeschwindigkeit 12,5 Liter, auf Landstrassen 8,7 Liter, per Norm im Schnitt 9,8 Liter Diesel. Schön der große Tank mit 80 Litern.
Sehr ruhiger Motor. Kaum Windgeräusche der Karosserie. Angenehmer und extrem großer Innenraum. Gutes und verstellbares Klima im Innenraum durch zweigeteilte Heizung, Lüftung. Ausreichende Klimatisierung. Etwas großer Wendekreis (12,2 m). Servounterstützte Lenkung sollte geschwindigkeitsabhängiger sein. Bei Straßenfahrt sollte nicht das Gefühl vermittelt werden, einen Transporter zu fahren. Fürs Gelände gibt es keine bessere Lenkung.
Trotz der serienmäßigen dicken Reifen (255/65 R17) mit mehr Strassen- als Geländeprofil durchschritt unser Indianerhäuptling gehobenen Hauptes jede Kiesgrubenpassage bei den „Wasserdörfern“ in der Nähe von Rotenburg/ Wümme. Die gute Kraft und das belastbare Allradsystem stellten unter Beweis, dass es sich beim Pathfinder um einen echten Geländeprofi, allerdings jetzt im bügelfreien Ausgehanzug, handelt. Das 4,74 m lange, 1,76 m hohe und 1,85 m breite Fahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2880 kg (fast 2,9 Tonnen) und einer Zuladekapazität von 520 bis 634 kg (je nach Ausführung entwickelte dabei eine Flexibilität, die erlebt werden muss, um sie zu begreifen.
Und wenn unser Autor etwas enthusiastisch an dieses Thema herangeht, kann es nur an der Begeisterung liegen, die der Nissan Pathfinder in ihmn hervor gerufen hat, sorry.
„Hab` ich auch“, kann der Nissan- Besitzer zu seinem stets prahlenden Nachbarn dessen Offroader oder SUV sagen. Wenn dieser wieder anfängt: „Sperrdifferenzial“, Gierwinkelkontrolle, intelligentes Schlüssel-System (der bleibt in der Hosentasche), DVD- Navisystem mit Radio, MP3-Player, CD-Kombination, farbiger Rückfahrkamera und Bluetooth- Schnittstelle oder die erwähnte Zweizonen Heizungs- und Klimaanlage, was besonders von den hinten sitzenden Passagieren des Siebensitzers begrüßt wird.

„Aber da unten am Dümmer bei der Wasserdurchfahrt wäre ich bald abgesoffen“, meint Freund Nachbar. „Ich nie“, antwortet der clevere Pfadfinder.
Summa summarum: Als Arbeitstier und Nutzfahrzeug, als Globetrotter und Expeditionsmobil klasse und prädestiniert, als Freizeit- und Angebermobil gibt es andere. DR