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BMW X3
Fährst Du noch oder fliegst Du schon ?
Am Rande der X3- Vorstellung in München hatte sich BMW etwas ganz Besonderes für uns Journalisten ausgedacht. Auf dem Militärgelände hinterder Allianz Arena standen nicht nur die neuesten Ausgaben des X3, sondern auch eine Ausgabe des X3 Prototyp für die Rallye Dakar mit Mitfahrgelegenheit bei Rallye-Ass Guerlin Chicherit zur Verfügung.
Einige Kollegen winkten schon beim Zusehen dankend ab, aber eine solche Chance zu vergeben wäre einfach nicht zu verantworten. Also nichts wie los und hinein ins pure Fahrerlebnis. Helm mit Gegensprechanlage aufgesetzt, sowie die Mehrpunktgurte extrem straff gezogen, dann gibt es noch ein paar Tips vom Piloten und man ist gut beraten diese auch ernst zu nehmen. „ Halten Sie Ihre Hände an der Hose fest, sonst fliegen Ihre Arme durch die Luft „ höre ich Ihn noch sagen und schon geht es los. Der BMW X3 CC - CC steht für Cross Country röhrt kräftig hoch, schon kommen die ersten drei gewaltigen Löcher auf uns zu. Was macht der da, denk ich noch kurz für mich, mit dieser Geschwindigkeit ist das nicht zu machen. Hätte ich mich vielleicht lieber doch nicht reinsetzen sollen. Die Zeit zu Ende zu denken hatte ich nicht, schon waren wir durch und nun wusste ich auch warum ich meine Hände an den Hosen festhalten sollte, besser wäre es sicher gewesen diese dort anzutapen. In der Zwischenzeit habe ich beschlossen das Denken ab sofort aufzugeben und mich voll und ganz der Fahrt zu widmen. Vor uns ein ca. drei Meter hoher Wall. Wir fahren mit ca. 80 km/h drauf zu, heben ab, wer weiss wie lange, setzen hart auf und schon pflügen wir um die nächste Ecke. Irgendwie versuche ich mich mit den Füßen abzustützen, aber auch das funktioniert nicht.
Fahren wir eigentlich noch oder fliegen wir schon? Es ist wirklich nicht zu definieren, zu schnell sind die Wechsel. Blaue Flecken sind vorprogrammiert und der gesamte Körper wird nicht gerührt sondern kräftigst geschüttelt. Jetzt wird mir auch klar warum ich in dem Fragebogen vorab auch Auskunft über mein wertes Befinden geben sollte und eine Haftungsausschlusserklärung unterschrieben hatte. Die Spurrillen sind knietief, aber das Fahrzeug lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Dazwischen immer wieder beruhigende Worte des Lenkers, der nach den vielen Fahrten ein leicht gerötetes Haupt hat und mit scharfem Blick und unheimlich schnellen Reaktionen besticht. Nach geschätzten ca. 5 Kilometern ist der Höllenritt beendet. Herr Chicherit verabschiedet sich freundlich, wozu ich in diesem Moment noch nicht in der Lage bin. Bereits ausgestiegen aber noch immer etwas benommen verabschiede ich mich dann auch, währenddessen schon der nächste Kollege Platz nimmt. Viel Spass rufe ich Ihm zu und denke für mich, wenn der wüsste was auf Ihn zukommt.
Bis heute ist es mir unerklärlich, wie man diese Gangart bei einer Dakar über zwanzig Tage durchhält. Auf alle Fälle drücke ich Sven Quand mit seinem Team die Daumen und wünsche mir das Sie durchhalten werden, denn das ist die härteste Arbeit, die ich im Motorsport bisher erlebt habe und glücklich bin das ich diese erleben durfte.

