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[Der Neue Defender]

Der Neue Defender

Land Rover DEFENDER


Seine Heimat: Äcker, Wüsten und manchmal Strasse: Land Rover „Defender“ seit 60 Jahren immer noch der beste Semi-Trecker von Dieter Rolfes
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Neuss.- Vor genau 60 Jahren als rein landwirtschaftliches Gerät konzipiert (Förster, Jäger, das Militär, Expeditionen und zivile Anwender kamen erst später hinzu), ist der Land Rover „Defender“, die englische Variante eines Unimog, immer noch aktuell. Zwar nicht so erfolgreich wie ihr deutsches Pendant, verzeichnet die britische Ikone nach wie vor eine steigende Akzeptanz.
Grund: das gesunkene Angebot an echten und professionellen Geländewagen (und das Überangebot an so genannten SUV, Sport Utility Vehicles). Auch bei deutschen Landwirten und Förstern ist der „Defender“ immer noch nicht richtig angekommen. Wohl auch wegen seiner wechselhaften Geschichte, seiner einstigen englischen Maße, wegen eines nicht flächendeckenden Services und einer Zeit, in der er überhaupt nicht in der Bundesrepublik vertrieben wurde.
Den neuen Alten, preislich von –netto- 20.840  Euro bis 28.571 Euro zu haben, gibt es in sieben Varianten (90er-Softtop und Station Wagon, 110er Station Wagon, CrewCab, Hard Top, Pick up und Crew Cab) mit beträchtlichen Neuerungen und verbesserter Technik.
Im L&F-Test der Land Rover Defender als Station Wagon 90 (ab brutto 26.200 Euro) mit sieben Sitzen (davon zwei Treibersitze im „Laderaum“, seitlich angebracht, sicher und gut gegurtet). Mit typischem Defender-Gesicht, Hochachtung heischend und dominant auftretend. 4,63 n lang, 1,79 m breit (mit Spiegel 1,99 m) und stolze 2,18 m hoch. Schon die Dachlast von 150 kg  verdeutlicht eine extreme Stabilität des englischen „Panzers“ mit seinem Aluminiumkleid.
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„Du willst doch nicht?“ – „Ja, ich werde. Von Neuss nach Hamburg, dann zurück durch ein  Offroadgelände bei Rotenburg an der Wümme  und zurück durch den Teuto (Teutoburger Wald) nach Neuss. Ich will den Landy richtig erleben“, so meine Antwort auf die Frage meines holdes Weibes. Gesagt, getan.
Man sitzt, wie immer, direkt hinter dem Maschinenraum. Kräftige Stiefel-Pedale (nichts für Halbschuhe oder Sandalen), das dominierende Lenkrad  (mit Servo), die traditionelle Langhebel-Schaltung (jetzt mit sechs Vorwärtsgängen), darunter die Bedienung fürs Untersetzungsgetriebe, neue Armaturen, bessere Sitze, gute Luft, gelüftetes Klima (optional) – und ein neuer Motor. Ein Vierzylinder-Turbodiesel (von Ford, natürlich mit Euro 4) mit 90 kW (122 PS) und dem satten Drehmoment von 360 Newtonmetern (Nm). Beeindruckend der gute Durchzug  („Offroad“: reichlich“), sein ruhiger und relativ sparsamer Verbrauch. Überland 9,2 bis 9,5 Liter, unter Dauer-Volldampf 13,5 Liter (Stadtverkehr und Autobahn „volle Pulle“). Dann bringt der reinrassigste aller Offroader 135 bis 140 km/h auf die grobstolligen Geländereifen. Und das bei unerwartet ruhigem Lauf.
Die Werte, die ihn für den land- und forstwirtschaftlichen Einsatz geeignet erscheinen lassen (neben der zu erwartenden Langlebigkeit) sind: O die maximale Zuladekapazität von mehr als einer Tonne (1142 kg) * die sehr gute maximale Anhängelast von 3500 kg (3,5 Tonnen) * die bemerkenswerte Bodenfreiheit von 31,4 cm * die guten Böschungswinkel vorn (49 Grad) und hinten (35) * der Rampenwinkel von 29 Grad
* die Wattiefe von 50 cm. Dass sowohl die Robustheit als auch die Belastbarkeit des „Defender“ von keinem anderen erreicht wird, ist klar. Dass der noch zum Ford-Konzern und künftig zum indischen Großkonzern Tata gehörende „Defender“ einen gehörigen Schub nach vorn bekommen soll (berichtete ein Auto-Wirschafts-Magazin), hört sich gut an, ist aber dennoch Blödsinn. Das würde ihn unnütz verteuern. Seinen technischen Stand (guter Motor, belastbares Getriebe, wenig Elektronik) muss er behalten, um weiter das zu leisten, was er heute kann. Das Kultauto muss bleiben, wie es ist, sonst mutiert es zum SUV.
Denn zum Charakter eines echten Geländebullen zählen immer noch:
- der permanente Allradantrieb 
- die Sperrmöglichkeit des Mittendifferenzials
- der stabile Leiterrahmen, die gute Achsverschränkung
- die langen Federwege, die Starraschen vor und hinten, aufgehängt
an Schraubenfedern und hydraulischen Stoßdämpfern.
Entsprechend war die Geländefahrt bei Rotenburg. Bauchtief durch moorastische Passagen, natürlich mit Untersetzung. Dann durch natürliche und aufgehäufte Kiesberge, im einem Birkenwäldchen war´s zwar eng (Wendekreis über 11 m), dafür der Untergrund moosig, hügelig und zerfurcht. Kein Problem und immer wieder beeindruckend die Kraft und die stabile Allradtechnik....man könnte Bücher drüber schreiben.
Insgesamt: ein Erlebnis im Kultmobil und Geländeprofi Defender. Nicht nur für hartgesottene Offroader, genau so für denjenigen, der garantiert und sicher durch seine Latifundie will oder muss. DR